CASE 004 — FRITZ!Box ohne LAN-Link: Zwei Ports, zwei halbe Tage Fehlersuche

CASE 004 — FRITZ!Box ohne LAN-Link: Zwei Ports, zwei halbe Tage Fehlersuche

CASE 004 · TESTED

Transparenzhinweis: Dieser Case dokumentiert eigene Prüfungen und Gegenproben am beschriebenen Netzwerk. Ein Hardwaredefekt an der FRITZ!Box 7490 liegt stark nahe; eine Bauteilmessung und eine abschließende Untersuchung der elektrischen Fehlerursache erfolgten nicht. Messwerte werden nicht veröffentlicht.


Zwei halbe Tage Fehlersuche. Das Problem? Zwei von vier LAN-Ports haben uns die Nerven geraubt.

Ein Netzwerkproblem kann aussehen wie ein Kabelproblem. Oder wie eine fehlerhafte Dose. Oder wie ein Switch, der nicht richtig mitspielt. In unserem Fall führte die Suche durch genau diese Verdächtigen – bis ein direkter Vergleich an der FRITZ!Box das Bild klärte.

An der alten FRITZ!Box 7490 bauten LAN 1 und LAN 3 reproduzierbar keinen Link auf. LAN 2 und LAN 4 dagegen schon. Mit der Ersatz-FRITZ!Box 7590 kam an allen vier LAN-Ports ein Link zustande. Nach dem Austausch lief das Netzwerk stabil, bei unveränderter Hausverkabelung.

Das ist die Fortsetzung unseres bereits veröffentlichten CASE 002. Und eine Geschichte darüber, warum man bei der Fehlersuche auch die Anschlüsse prüfen sollte, denen man bisher stillschweigend vertraut hat.

Der Fall auf einen Blick

Beobachtung: Kein Link an LAN 1 und LAN 3 der FRITZ!Box 7490; Link an LAN 2 und LAN 4.

Gegenprobe: An der Ersatz-FRITZ!Box 7590 lieferten alle vier Ports einen Link.

Ergebnis: Nach dem Austausch stabiler Betrieb; interne und externe Speedtests erfolgreich.

Aufwand: Zwei halbe Tage und insgesamt rund 180 Euro für einen neuen Switch, Patchkabel, eine Ersatzdose und eine gebrauchte FRITZ!Box 7590.

Einordnung: Ein Hardwaredefekt an der alten Box liegt stark nahe. Eine Bauteilmessung gab es nicht.


Von CASE 002 zur entscheidenden Gegenprobe

In CASE 002 ging es um Crossover- und Straight-through-Verkabelung, den Switch, den Netzwerktester und die ersten Schritte der Fehlersuche. Die Kabel und ihre Belegung standen im Mittelpunkt. Das war ein sinnvoller Ansatz: Wenn eine Netzwerkverbindung ausbleibt, gehört die Verbindung zwischen den Geräten auf die Prüfliste.

Nur war die Geschichte damit noch nicht abgeschlossen.

Die weitere Fehlersuche brachte einen Befund, der die bisherige Einordnung veränderte: Die LAN-Anschlüsse der alten FRITZ!Box verhielten sich unterschiedlich. Damit rückte ein Gerät in den Fokus, das bisher Teil der vermeintlich verlässlichen Ausgangsbasis gewesen war.

CASE 004 ergänzt CASE 002 deshalb um den entscheidenden Portvergleich. Das damals beobachtete Crossover-Phänomen bleibt eine offene Beobachtung. Seine Ursache wurde nicht abschließend nachgewiesen.


Das Netzwerk: zwei Strecken, mehrere mögliche Fehlerquellen

Die Verbindung ins Büro verlief über mehrere Stationen:

FRITZ!Box → Wanddose → Hausverkabelung → Netzwerkdose → Switch → PC/Mac

Daneben gab es eine zweite Strecke über FRITZ!Powerline 510E zwischen Keller und Erdgeschoss.

Damit standen mehrere mögliche Fehlerquellen im Raum: die Routeranschlüsse, Patchkabel, Dosen, die fest verlegte Verkabelung, der Switch und die angeschlossenen Geräte. Die Büro-Strecke und die Powerline-Verbindung waren dabei zwei unterschiedliche Verbindungswege, die bei der Einordnung auseinandergehalten werden mussten.

Für die dokumentierten Prüfungen kamen Straight-through-Kabel zum Einsatz. Ein aktivierter Green Mode war nicht die Erklärung für das beobachtete Verhalten.


Die hängende FRITZ!Box und die Sache mit der Portnummer

Die FRITZ!Box 7490 hing in einer Orientierung, durch die die Portreihenfolge aus Sicht des Betrachters optisch umgekehrt erschien. Wer sich dabei auf „links“ und „rechts“ verlässt, kann leicht die falsche Portnummer notieren.

Für die Auswertung zählt deshalb die Beschriftung am Gerät. Die abschließend korrigierte Zuordnung lautet:

Portvergleich der FRITZ!Box 7490

Anschluss Beobachtung
LAN 1 Kein Link
LAN 2 Link
LAN 3 Kein Link
LAN 4 Link

Das klingt nach einem kleinen Detail. Für eine belastbare Diagnose ist es entscheidend: Erst wenn Anschluss und Beobachtung eindeutig zusammenpassen, lässt sich ein Portvergleich sinnvoll bewerten.


Kein Link: Die Verbindung scheiterte schon vor dem Speedtest

Ein „Link“ bezeichnet hier die grundlegende Ethernet-Verbindung zwischen zwei direkt verbundenen Netzwerkanschlüssen. Fehlt dieser Link, steht auf diesem Abschnitt noch keine Verbindung für den Datentransport zur Verfügung. Die Frage nach dem erreichbaren Tempo kommt erst danach.

Genau deshalb war der Direktvergleich so aufschlussreich. Geprüft wurde direkt mit dem Switch und zusätzlich mit Notebooks. So ließ sich das Verhalten der Routerports untersuchen, ohne die komplette Büro-Strecke als gemeinsame Unbekannte mitzuschleppen.

An der alten 7490 blieb das Muster reproduzierbar: LAN 1 und LAN 3 ohne Link, LAN 2 und LAN 4 mit Link.

Die Gegenprobe mit der Ersatz-FRITZ!Box 7590 lieferte ein anderes Bild: Alle vier LAN-Ports bauten einen Link auf. Die Hausverkabelung blieb unverändert. Nach dem Austausch lief das Netzwerk stabil.

Das war der Punkt, an dem aus einer langen Liste möglicher Ursachen eine deutlich engere technische Einordnung wurde.


Was der Vergleich belegt – und was offenbleibt

Beobachtet und reproduziert wurde der fehlende Link an zwei bestimmten Ports der 7490. Dazu kamen die erfolgreichen Gegenproben an den vier Ports der 7590 und der stabile Betrieb nach dem Austausch.

Zusammen spricht das stark für einen Hardwaredefekt an der alten FRITZ!Box. Welches Bauteil betroffen war und wodurch der Fehler entstand, wurde jedoch nicht untersucht. Es gab keine Bauteilmessung. Eine genaue elektrische Fehlerursache lässt sich aus diesem Fall deshalb nicht ableiten.

Auch das Crossover-Thema aus CASE 002 bekommt damit keinen nachträglich erfundenen Abschluss. Der spätere Portbefund ist für die Bewertung relevant. Er beweist aber nicht, wodurch das frühere Kabelverhalten zustande kam.

Die ehrliche Aussage lautet: Der Austausch beseitigte das beobachtete Problem. Der Defektverdacht ist stark, die Ursache auf Bauteilebene bleibt offen.


Nach dem Austausch: stabiler Betrieb

Mit der gebrauchten FRITZ!Box 7590 lief das Netzwerk nach dem Austausch stabil. Interne und externe Speedtests waren erfolgreich.

Die separate Powerline-Verbindung zwischen Keller und Erdgeschoss wurde abschließend ebenfalls sorgfältig geprüft und funktionierte wieder.

Wir veröffentlichen dazu keine Messwerte. Für diesen Case zählt das dokumentierte Ergebnis: An der Ersatzbox funktionierten alle vier LAN-Ports, und das Netzwerk arbeitete mit der unveränderten Hausverkabelung stabil.


Zwei halbe Tage und rund 180 Euro

Die Fehlersuche kostete zwei halbe Tage. Für einen gebrauchten Switch, Patchkabel, eine Ersatzdose und die gebrauchte FRITZ!Box 7590 kamen insgesamt rund 180 Euro zusammen.

Das ist der Gesamtaufwand für die beschafften Komponenten. Daraus folgt nicht, dass jedes dieser Teile defekt war oder für die Lösung zwingend ersetzt werden musste. Gerade die unveränderte Hausverkabelung zeigt, wie wichtig die Eingrenzung vor einer größeren Umbauaktion ist.

Der größte Aufwand lag darin, die Beobachtungen zu sortieren: Welcher Anschluss wurde tatsächlich geprüft? Entsteht überhaupt ein Link? Bleibt das Verhalten beim direkten Anschluss bestehen? Was ändert sich mit einem anderen Gerät?


Was wir aus CASE 004 mitnehmen

Für die nächste Fehlersuche steht der direkte Portvergleich weit oben auf unserer Liste:

  1. Beschriftung lesen. Bei gedrehten oder hängenden Geräten die Portnummer am Gehäuse prüfen und festhalten.
  2. Den Link zuerst prüfen. Bevor Geschwindigkeit bewertet wird, muss die grundlegende Verbindung stehen.
  3. Die Strecke verkürzen. Ein direkter Anschluss hilft, Routerports getrennt von Dosen und Hausverkabelung zu betrachten.
  4. Mit einem anderen Gegenüber gegenprüfen. Hier ergänzten Notebooks den Test mit dem Switch.
  5. Beobachtung und Erklärung auseinanderhalten. Ein reproduzierbarer Fehler kann klar dokumentiert sein, während seine genaue Ursache noch offen ist.

CASE 002 hat die Kabel und die ersten Verdächtigen beleuchtet. CASE 004 ergänzt die Erkenntnis, die am Ende den Unterschied machte: Auch die vermeintlich vertraute Basis muss in den Vergleich.

Zwei halbe Tage Fehlersuche. Dabei hätten vier funktionierende LAN-Ports uns das alles erspart.

NovaPilot360X · Better decisions. Less hype.